Archiv für April 2008

Drei Kinder

Drei Kinder, sie spielten so herrlich -
durch niemand war’n sie zu stör’n.
Es war ihnen gar nichts gefährlich,
Zauber schien sie zu betör’n.
Die Luft war erfüllet von Stimmen,
von Farben voll war die Welt;
in den Augen ein heiliges Glimmen,
das trübsten Tag noch erhellt.
So wundersam waren die Spiele,
zauberhaft die Fantasie,
sie hatten der Tänze so viele.
Die Freude versiegte nie.
Die träumenden Tage der Sonne -
sie kehren niemals zurück;
den Kindern von einst fehlt die Wonne
und auch das unschuld’ge Glück.

Prinzesschen

So kommet zum Tanze, Prinzesschen,
so dreht Euch und schwingt Euer Bein,
so hüpfet und springet und jauchzet!
Am Tanzplatz bleibt Ihr nicht allein.

Prinzesschen – es dreht sich und lachet,
lässt Hand um Hüfte sich schlingen;
der Reigen wird zunehmend wilder.
Prinzesschen – es hört auf zu singen.

Nun weint nicht, Prinzesschen, es griff Euch
ein Tänzer wohl grob unter’n Rock -
Ja, wolltet nicht grad das Ihr haben?
Jetzt tut nicht als wär’ es ein Schock!

Prinzesschen – es laufet und fliehet,
es fühlt sich verletzt und beschämt.
Die anderen, sie werden sagen:
Dies’ Mädchen ist prüde, vergrämt.

So wisset, Prinzesschen, es ist so:
Wer nicht mittanzt, der bleibt allein.
Wer nicht waget, sich bloßzustellen,
kann auf dem Tanzplatz nicht sein.

Zeit.

Du kannst die Zeit verprügeln, wenn du willst.
Aber heilen, deine Wunden heilen,
Kann sie nicht. Sie hat Angst.
Die Zeit. Sie läuft.

Läuft davon. Bis zum Horizont. Und weiter.
Nimmt keine Rücksicht. Nicht
Auf dich. Nicht auf mich.
Sie ist ein Arsch.

Die Zeit. Sie läuft. Läuft davon.
Nie ruht der Zeiger.
Sie läuft. Und
Langsam.

Langsam beginnen die Wunden wie
Von selbst. Zu heilen. Bis
Sie irgendwann wieder
einmal aufplatzen.

Für immer ist nicht ewig. Sagt
Die Zeit. Sie lächelt. Der
Arsch. Für immer ist
nichts. Auch du.

Es hat keinen Sinn, wenn du sie verprügelst.
Sie bleibt. Ist hartnäckig.
Läuft und läuft.
Sonst nichts.

Wer hat hier nur so gelogen. Ich habe geglaubt.
An dich, liebe Zeit, und an Utopie.
Habe gehofft und erlebt.
Verdammte Zeit.

Du läufst, vorbei an mir und unzähl’gen Anderen.
Ohne Worte schleichst du weg. Ich möchte
Noch warten. Ich hoffe noch. Auf
Wunder, liebe Zeit.

Stille

Dein Mund bleibt verschlossen
Wie die Tage, all jene, die vorbeizogen
Langsam schließen sich deine Augen
Und die Ruhe kehrt ein in dir.

Deine Blicke erzeugen Angst bei mir
Und Tränen. Nichts ist wie es einmal
War und du hast dich ebenso verändert.
Verändert. Weg von mir.

Tage ziehen vorbei und wir entfernen uns.
Voneinander. Hinweg zieht alles was
Uns jemals verband, alles ist weg
Was irgendwelche Idioten einmal „Liebe“ nannten.

Die Stille nimmt Überhand und
Der Gedanke an dich schmerzt
Verschwinde und lasse dich nie
Wieder blicken. Hier.

In meinem Leben. Ich will jemand
Neuen kennenlernen und möchte ihn
Lieben wie es in meiner Macht steht
Und du weißt, dass ich lieben kann.

Du nicht. Aber ich will weiterleben
Können, auch ohne dir. Will leben
Wie es mir zusteht. Du setzt nichts
Daran, mich wieder zusehen.

Und so möchte auch ich verzichten
Auf den Versuch, das Leben mit
Dir zu teilen. Als Freunde. Es hat
Keinen Sinn.

Oder?

Dunkelheit.

Als die Sonne sich gewaltsam auf den Boden wirft
Langsam sie schwindet, in der Kälte der Nacht
Geborgen in Sorge um das Wohl der Wärme
Sinnierend ob der gänzlichen Macht.

Für Sekunden der Stille geboren
Von den Minuten des Horrors verschmäht
Legt sie sich nieder mit sanftem Gemüt’
Als sie nach kommenden Tagen fleht.

Nie wieder würde sie scheinen, so hell
So stark, so sanft. All das hat sie verloren
In dieser einzigen Nacht. Keine Zukunft
sollte es geben. Nie wieder ward sie geboren.