Archiv für Mai 2008

Der schwarze Schmuel

Schwarze Haare und ein Lachen,
starke Arm’ und schnelle Füß’,
bereit, jeden Schmarrn zu machen:
Ja, das ist der Schmuel g’wiss!

Braune Augen, braune Locken,
weites Herz und weite Röck’,
Schuhe weg und nur in Socken,
so tanzt unser’ Freudel keck.

Schmuel, sage, kannst du singen?
ruft das Freudelchen geschwind.
Er lässt seine Stimm’ erklingen:
Bei uns singt doch jedes Kind!

Tanzen auch? will Freudel wissen.
Wie denn nicht! Und er springt ein -
Freudelchen wird mitgerissen,
Schmuel will ihr Tänzer sein.

Ja, so tanzt der schwarze Schmuel,
hüpft und springt und lacht dazu,
dreht die Freudel durch die Lüfte,
erst am Morgen geb’n sie Ruh’.

Ja, sie dreh’n sich, ja, sie tanzen,
Schmuel und das Freudelchen.
Es gäb’ g’wiss noch tausend Stanzen,
eine muss die letzte sein.

Away

Away
Everything’s just away
Nothing left
Only the breath of
You.

Alone
Nobody’s here
Waiting for you
Dreaming with you
Nobody.

Calm
No sound
Any spoken word
Only the silence.
The silence and me.

Sad
The ignorance of my
head, the stupidity
of my heart
You. And the pain

The pain is real
No fake, no dream
Like a knife or a
fork in my hand.
Forever.

But time changes
And people will die
Die in my memory
Die in my heart.
Forever. I hope.

Sommergedicht

Der Sommer sprosste, die Leber fleckte,
das Melatonin war ganz aufgedreht;
nur für meinen Hals, der sich nicht versteckte,
kam jede Rettung zu spät:
Sonnenmilch konnte ich vergessen,
die Haut am Hals stand in Brand ganz rot -
nun sitz ich im Schatten um schnell was zu essen
vor dem sicheren Hautkrebstod.

Verwirrtes Gedicht, 25 Zeilen

Sitzend und schreibend,
ganz bei sich bleibend;
alles verstehend
und doch nicht sehend?
Hat man nun Wissen? -
Völlig zerrissen.
Das Leben, ein pralles,
gibt es nur alles -
oder auch nichts.
Tag des Gerichts:
Sage, wer bist du?
Gib es nur gleich zu!
Niemand – jeder -
oder – entweder.
In mir das Kinde,
dass es mich finde:
Alles umfassend
und alles lassend.
Nichts ist gegeben -
ist so das Leben?
Fragen nur fragend,
Antwort nichtssagend,
Antwort unsagbar.
Nicht länger tragbar:
Und damit Schluss.

Shall I compare thee with a summer’s day?

Soll ich dich mit einem Sommertag vergleichen?
Du gleichest doch vielmehr der Winterszeit.
Was konnte denn jemals dein Herz erweichen?
Mir scheint, dein Sommer ist noch weit.

Schneeglöckchen blicken noch nicht bis jetzt
Durch Seeleneis und Gefühlsschnee.
Ich denk nur: ‚Du hast mir zugesetzt’
Wenn ich in die kalten Augen seh’.

Du wirst nicht verstehen was ich dir will sagen,
Wie du mich nie verstanden hast.
Du meinst, ich hätte nicht Grund zu klagen
Und fällst mir doch immer zur Last.

Ich jage dich fort auf drei-zwei-eins:
Geh heim in die Kälte deines Seins.

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