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Zauberspruch

Einmal, zweimal, dreimal nichts.
Alles, alles, alles: flichts,
schling es, zopf es, mach es ganz:
Heja, Pony, Pferdeschwanz,
heja, Haar, Getier und Mist.
Alles, alles, alles: ist.
Hochgesteckt und aufgeweckt,
unbefleckt und aufgeschreckt.
Hier versammelt, tanz im Kreis.
Hasenkot und Hühnerscheiß.
Alles, alles, alles: hier.
Oh, du ungelenkes Tier!
Oh, du ungeheures Vieh!
Hier und da und dort und hie.
Hexenzauber und Poppanz,
böser Schaden, falscher Tanz.
Sammel, sammel üblen Ort.
Alles, alles, alles: fort.

Des unglücklichen Vampirs Geschichte

Der Vampir liegt im Sarg und wartet schon lang
auf Ferienzeiten nach Sonn’nuntergang -
ohne Kreuze, Weihwasser und Knoblauch
denn ihm ist fade und Durst hat er auch.
Doch es folgen ja nun herrliche Nächte:
er ließ sich verschicken weil Urlaub was brächte
- Erholung, Entspannung und frisches Blut -
so meinte das Untotenreiseinstitut.

Der Werwolf am Schalter hat seltsam gekichert:
Es ginge ganz schnell, das sei ihm versichert -
er schliefe in Transsilvanien ein
und würde am Abend im Süden sein. -
Verglichen mit früher ein großer Komfort:
kaum ist man weg, schon ist man dort.
Der Vampir war entzückt und buchte den Flug
- einmal Jerez – doch war das klug?

Das fragt er sich seit Stunden nun:
er ist schon wach und hat nichts zu tun
weil die dumme Sonne nicht untergeht -
also wirklich, wenn das wer versteht!
Ein Blick auf den Wecker – das darf’s doch nicht geben -
es ist schon nach neun, das ist doch kein Leben!
Ist die Zeitzone falsch? Was lief da bloß schief?
Das Loch im Magen dehnt sich schon tief.

„Herrenloser Sarg, gestern entdeckt,
innen voll Staub, außen verdreckt“,
stand vier Tage später als Sensation
im Allgemeinen Jokkmokker Stadtpostillon.
Der Vampir hatt’ ein Stück nur geöffnet den Sarg
doch der schwed’sche Polartag war gar zu arg:
Um Mitternacht Sonne, das ließ ihn zerfallen,
„Verdammter Polarkreis“ konnt’ er noch lallen.

Und die Moral von der Geschicht’?
Trau einer Werwolfsklaue nicht -
Schönschrift ist nichts für halbe Tiere,
’s gibt bloß ein schreckliches Geschmiere.
Dann: Sieh, das Gute liegt so nah,
es bleibt bei bir, bleibst du nur da. -
Liebe Vampire, auf ein Wort:
Fahrt nicht fort, beißt im Ort!

Kitschige Lieder

Ich schreibe kitschige Lieder
von Liebe und so’ nem Scheiß.
Motive kehr’n immer wieder
weil ich nix Besseres weiß.

Ich bin halt meschugge, so denkt ihr -
romantisch, verblödet und jung -
und euere Blicke lenkt ihr
voll Spott auf mein’n Überschwung.

„Verliebt will sie sein? – Wir lachen! -
Sie weiß ja nicht mal was sie fühlt
und dichtet schnulzige Sachen
von einem, der’s Herz aufwühlt.“

Ich schreibe kitschige Lieder
von Liebe und so’ nem Scheiß.
Und ja, ich tu’s immer wieder
weil ich nix Schöneres weiß.

Französisch.

Ich schriebe so gern auf Französisch,
die Sprache wäre ganz fein -
ein Gedicht in der Sprache der Liebe
muss ‘was Erlesenes sein.
Jedoch – mein Liebster und ich, wir sprechen kein Wort Französisch.
So würde ich dichten, was er nicht versteht, er lesen, was ich nicht verstand -
da bleib’ ich doch lieber beim Deutschen,
ganz ohne romanischen Tand.

Herbstgedicht

Der Wind weht
bunte Blätter durch die Straßen.
Rote, orange, gelbe,
vereinzelt auch grüne.
Und ein paar verfaulte schwarze.
Ich hebe eines davon auf
und lese verstört:
Wählen Sie ÖVP.

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