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Prinzesschen

So kommet zum Tanze, Prinzesschen,
so dreht Euch und schwingt Euer Bein,
so hüpfet und springet und jauchzet!
Am Tanzplatz bleibt Ihr nicht allein.

Prinzesschen – es dreht sich und lachet,
lässt Hand um Hüfte sich schlingen;
der Reigen wird zunehmend wilder.
Prinzesschen – es hört auf zu singen.

Nun weint nicht, Prinzesschen, es griff Euch
ein Tänzer wohl grob unter’n Rock -
Ja, wolltet nicht grad das Ihr haben?
Jetzt tut nicht als wär’ es ein Schock!

Prinzesschen – es laufet und fliehet,
es fühlt sich verletzt und beschämt.
Die anderen, sie werden sagen:
Dies’ Mädchen ist prüde, vergrämt.

So wisset, Prinzesschen, es ist so:
Wer nicht mittanzt, der bleibt allein.
Wer nicht waget, sich bloßzustellen,
kann auf dem Tanzplatz nicht sein.

Der Koloss wankt

Keiner konnt’ es ahnen, doch ist es passiert
und so sind sie heute alle ungeniert.
Weil es bröckelt, weil es kracht
ahnt man: Los geht’s heute Nacht.

Der Koloss wankt.

Man hörte ihn nicht schon geraume Zeit;
dennoch hielt man ihn vor dem Sturz gefeit.
Wie falsch das war, wie schön das ist,
dort zeigt sich der erste Riss.

Der Koloss wankt.

Tanzen und Fröhlichkeit, nehmt euch bei der Hand!
So hört man die Rufe in dem ganzen Land.
Was ist mit der Gefahr? – Kümmert euch nicht.
Der uns so quälte verliert das Gesicht.

Der Koloss wankt.

Splittern hört man’s, bersten tut’s,
Leute, seid frohen Muts,
Freiheit haben wir erlangt, endlich nun,
und wir brauchten dazu gar nichts zu tun.

Der Koloss stürzt.

Stille wurd’s, stille blieb’s. Der Staub verzog.
Schrecken kam auf: Ob nicht der Anblick trog?
Denn hier lagen alle, die gefeiert noch,
jetzt auch im Tode unter des Kolosses Joch.