Archiv der Kategorie 'Worte'

Wieder einmal

Nur ungelenk, so reih’n sich meine Verse,
ganz eckig von dem Scheitel bis zur Ferse
und niemals, niemals können sie ausdrücken
meine Gefühle, mein pures Entzücken
wenn ich dich seh und spür und riech und schmecke.
Bist du nicht hier, sitz ich in einer Ecke
und denk an dich ganz ohne jedes Ende
und füll dabei mit Reimen ganze Bände.

Des Prinzen Traum

War einst ein Prinz, saß am Meeresstrande,
blickte weit aus, besah sich die Lande,
fand sie sehr schön und wollt’ sie bereisen,
ließ die Gedanken stets darum kreisen.

Er träumte sich an die prächtigsten Orte,
sah Städte der beeindruckensten Sorte,
traf Menschen, so fremd und doch so vertraut:
Nie, meint’ er, hätt’ er Schöneres geschaut.

Doch plötzlich ereilte den Prinzen die Not:
Prinz war er nicht länger, sein Vater tot.
König wurd’ er, sollt Verantwortung tragen
und dafür dem Träumen für immer entsagen.

Klug sollte er sein und weise entscheiden,
doch mocht’ er des Hofes Enge nicht leiden.
Nicht meinte er, dass er der König sei -
vielmehr Gefang’ner. Die Zeit flog vorbei.

War einst ein König, saß am gold’nen Throne,
fragte sich, ob denn das Träumen lohne.
Nie mehr besah er die Lande; das Meer
war entschwunden. Manchmal seufzte er schwer.

Des unglücklichen Vampirs Geschichte

Der Vampir liegt im Sarg und wartet schon lang
auf Ferienzeiten nach Sonn’nuntergang -
ohne Kreuze, Weihwasser und Knoblauch
denn ihm ist fade und Durst hat er auch.
Doch es folgen ja nun herrliche Nächte:
er ließ sich verschicken weil Urlaub was brächte
- Erholung, Entspannung und frisches Blut -
so meinte das Untotenreiseinstitut.

Der Werwolf am Schalter hat seltsam gekichert:
Es ginge ganz schnell, das sei ihm versichert -
er schliefe in Transsilvanien ein
und würde am Abend im Süden sein. -
Verglichen mit früher ein großer Komfort:
kaum ist man weg, schon ist man dort.
Der Vampir war entzückt und buchte den Flug
- einmal Jerez – doch war das klug?

Das fragt er sich seit Stunden nun:
er ist schon wach und hat nichts zu tun
weil die dumme Sonne nicht untergeht -
also wirklich, wenn das wer versteht!
Ein Blick auf den Wecker – das darf’s doch nicht geben -
es ist schon nach neun, das ist doch kein Leben!
Ist die Zeitzone falsch? Was lief da bloß schief?
Das Loch im Magen dehnt sich schon tief.

„Herrenloser Sarg, gestern entdeckt,
innen voll Staub, außen verdreckt“,
stand vier Tage später als Sensation
im Allgemeinen Jokkmokker Stadtpostillon.
Der Vampir hatt’ ein Stück nur geöffnet den Sarg
doch der schwed’sche Polartag war gar zu arg:
Um Mitternacht Sonne, das ließ ihn zerfallen,
„Verdammter Polarkreis“ konnt’ er noch lallen.

Und die Moral von der Geschicht’?
Trau einer Werwolfsklaue nicht -
Schönschrift ist nichts für halbe Tiere,
’s gibt bloß ein schreckliches Geschmiere.
Dann: Sieh, das Gute liegt so nah,
es bleibt bei bir, bleibst du nur da. -
Liebe Vampire, auf ein Wort:
Fahrt nicht fort, beißt im Ort!

U-Bahn-Station

Kindersocken
Fahrkarte (entwertet)
Zigarettenstummel
Taschentuch (zerknüllt)
Alufolie
Zigarettenstummel
Obstrest (zertreten).

Genug Liebe. Genug davon.

Vergiss doch bitte die.
Die Liebe.
Mit all ihren Worten.
Von.
Von ewig. Und für immer.
Von wir beide und. Und nur wir.
Vergiss diesen Traum.
Des Schwerelosen.

Liebe macht nicht.
Nicht schwerelos.
Nur der Traum, der Wunsch.
Der Wunschgedanke selbst.
Auf einmal geliebt zu werden.
Geliebt für all die Dinge.
Die man an einem selbst hasst.
Hasst, weil sie schwach machen.
Und dabei macht uns doch nur die Liebe noch schwächer.
Angreifbarer.
Einsamer.

Liebe ist falsch.
Nichts ist schmerzhafter wie.
Nichts ist einsamer wie.
Nichts ist wie die Liebe.
Die Liebe.

Die Liebe.

Sie tut weh. Sie nimmt weg.
Sie stiehlt Zeit, sie vereinnahmt.
Sie verändert dich.
Von Grund auf.
Kaum noch zu erkennen.
Die Liebe.
Ein Traum.

Der wunderschönste Traum der.
Der Welt.
Kaum erklärbar in Worten.
So schön, und so unglaublich.
Das höchste zu erreichende Gefühl.
Die Liebe.

Solange es noch Schmetterlinge gibt.

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